Kurze Einführung zum Thema Wappen und Ritter

 A)Geschichte der Wappenführung

Die Sitte ,ein Wappen zu führen blieb nicht nur auf Fürsten und Angehörige des Adels beschränkt ,sondern die reichen Kaufmannsgeschlechter in den Städten suchten es

ihnen bald gleichzutun, und im siebzehnten Jahrhundert hatte jeder Bürger der etwas auf sich hielt, sein Wappen im Siegel. Auch die wohlhabenden Voll- und Halbmeier in

den Dörfern standen dahinter keinesfalls zurück. Damals war das Siegel, ob mit Wappen oder schlichter Hausmarke, ein allgemeines anerkanntes Rechtssymbol, dem

man eine ähnliche Bedeutung beimaß wie heute der Unterschrift, mit der wir unsere Verträge abschließen. Und so finden wir in den Archiven so manches Testament oder

so manchen Vertrag aus jener Zeit, auf dem ein Vorfahr mit drei Kreuzen unterzeichnete, weil er nicht schreiben konnte, dann aber stolz sein Siegel daneben

drückte.

Daher  gab es 5 wichtige Regeln für die Wappengestaltung.

1.Es gibt keine Farbnuancen nur Gold oder Gelb - Silber oder Weiß- Rot- Blau- Schwarz- Grün

2. Gleiche Wappen werden durch andere Farben unterschieden.

3.Immer Farbe auf Metall (Gold / Silber) oder umgekehrt, nie Farbe auf Farbe

4. Je weniger Bilder(Tinkturen) desto besser

5. Bilder sind frei wählbar und es gibt keine plastische Darstellung.

In der Bundesrepublik Deutschland kann jeder ein Wappen führen. Eine auf bestimmte Personenkreise beschränkte Wappenfähigkeit gab und gibt es - trotz vielfacher

Ansätze von unterschiedlichen Seiten - nicht. So ist die (willkürliche) Annahme und das Führen von Familienwappen bei Bürgern bereits seit dem 13. Jahrhundert

nachgewiesen. Die Behauptung, eine Wappenfähigkeit habe nur adeligen Familien zugestanden, berücksichtigt nicht den konkreten historischen Sachverhalt. Das

Wappen ,ursprünglich für den Ritterstand der europäischen Feudalstaaten bestimmt, wurde schon früh auch zum Sinnbild von Familien sowie von verschiedenen

Gemeinschaften des bürgerlichen Lebens und hat als solches in den letzten Jahrhunderten in weiten Gebieten der Welt Fuß gefasst. In vielen Ländern - wie auch in

Deutschland -werden noch heute Wappen angenommen, die einer Familie bildhafte Identität geben und das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärken können.

 

Eine Sache ist jedoch das Recht, überhaupt ein Wappen
führen zu dürfen, eine andere das Recht,
ein bestimmtes Wappen zu führen.

 A1) Geschichte der Wappen

 Manche gehen davon aus,daß die Wappengeschichte mit der Einführung der Topfhelme begann und mit der

frage woran oder wie erkenne ich meinen Gegner oder Freund. Aber mal ganz ehrlich ,es stehen sich in der Schlacht hunderte von Rittern gegen

über, kann ich alle gegnerischen Wappen kennen? 1278 bei der Schlacht auf dem Marchfeld gab der deutsche König Rudolf an seine Leute weiße Kreuze aus,

die Mannen König Ottokars von Böhmen trugen grüne Kreuze und das obwohl zu dieser Zeit der Wappengebrauch/ Wappenschild schon üblich war.

 Zudem gab es Wappen schon lange vor dem Topfhelm, nicht auf dem Schild aber dem Ganfanon,einem an der Lanze befestigtem Erkennungs-

 und  Feldzeichen. im Zeitraum von 1130-1140 wanderten dies Feldzeichen auf das Schildhaupt, und das Wappenschild

wurde ein zentraler Bestandteil.der Adelskultur. Es tauchte auf Siegeln auf und wurde damit auch für das Rechtswesen, zum Beurkunden, verurteilen

und bezeugen zum unverzichtbaren Bestandteil, und es zeigte Herrschaftsansprüche an indem es an Stadttoren oder Burgen angebracht wurde. Was zum Siegeszug

des Wappenschildes beigetragen hat war wohl die Vorliebe des Adel für Ritterspiele, hier wurde das Wappenschild zum Markenzeichen. Zur besseren Selbstdarstellung

und Prunkentfaltung kamen im 12 ten Jahrhundert Waffenrock, Kuvertiure (Pferdezierdecke) und Helmzier dazu. Als das Rittertum im Spätmittelalter an Bedeutung verlor und

der Kaiser im 15 Jhd Wappen an Wohlhabende zur Aufbesserung der  Reichskasse verlieh und auch immer mehr Bürger und Bauern Wappen führten ging ihre Bedeutung und

Exklusivität verloren. Der Adel versuchte zwar sein Wappen durch besondere Merkmale(Oberwappen z.B. Spangenhelm) abzugrenzen, was aber etwas hilflos erschien.

Gerade diese Abgrenzungsversuch brachte die Heraldik zum Blühen und machte sie zu einer Wissenschaft.und Kunst, bei der ihre Kundigen, die Herolde alle Regeln der

heraldischen Kunst anzuwenden hatten um Unwürdige von einem Turnier auszuschließen.

B) Rittertum und seine Entstehung

Das Rittertum entwickelte sich erst im Verlauf des Hochmittelalters vom „Beruf“ hin zum Geburtsstand. Ursprünglich meint Ritter nur den berittenen Krieger, nicht

automatisch den Adeligen. Da die Ausrüstung solcher Reiterkrieger sehr kostspielig war, die Wehrbereitschaft allerdings auch in Friedenszeiten immer gegeben sein

musste, verschloss sich der Ritterstand immer mehr gegen Aufsteiger aus ärmeren Schichten. Obwohl es sich beim Ritter um eine Art Berufsstand handelt, hatte keineswegs

jeder Bürger des Mittelalters die Möglichkeit  den Ritterschlag zu erhalten. So findet sich in den im Jahre 1186 n. Chr. verfassten Bestimmungen des Kaisers Friedrich I. der

 Vermerk, dass die Söhne von Geistlichen und Bauern davon ausgeschlossen waren, die Ritterwürde zu erhalten. Doch nicht nur dies war wohl der Grund, weshalb ein Ritter

meist aus der höheren Bevölkerungsschicht stammte. Der Werdegang eines Ritters und vor allem das anschliessende Rittersein war durch den Unterhalt von Pferd, Rüstung,

Verpflegung und den in diesem Stand beinahe unumgänglichen Bediensteten, eine äußerst kostspielige Angelegenheit. Nur wer die nötigen finanziellen Mittel mitbrachte, konnte

 als Knappe die Lehre zum zukünftigen Ritter beginnen. So entstammten diese meist dem niederen Adel

Obwohl die Krieger die nicht übergenügend großes Vermögen verfügten, ein Lehen,bekamen(man überließ ihm also ein Stück Land oder ein Gut zur Bewirtschaftung oder

Verwaltung) erwiesen sich viele solcher Lehen  als zu klein oder zu unrentabel. Mit der Standeswerdung (Vererbung der Ritterwürde auf die Söhne)des Rittertums verringerte

sich die Zahl der Ritter deutlich.Nur den Wohlhabenden gelang der Aufstieg in den niederen Adel,zahllose Rittergeschlechter fielen wieder zurück in den Bürger- oder

Bauernstand, aus dem sie ja ursprünglich gekommen waren.

Auch die Schwertleite wurde nun meist als echte Standeserhöhung angesehen, als Aufnahme in den sich immer mehr verschließenden Ritterstand. Das Ritual verband sich

 nun auch immer öfter mit kirchlichen Weihehandlungen, etwa dem Schwertsegen oder der Ritterweihe. Allerdings dürfte es hier große regionale Unterschiede gegeben

haben, die Schwertleite scheint auch keineswegs eine zwingende Voraussetzung für die Erlangung der Ritterwürde gewesen zu sein

Schwertleite

Neben der Umgürtung mit dem Schwertgurt und dem Anlegen der Sporen finden sich oft auch Hinweise auf „Ritterschläge“ als Bestandteil der Zeremonie. Aus dem

Anfang des 13. Jahrhunderts ist folgender Spruch überliefert: "zê gôtes und Marien êr, diesen slac und keinen mêr". Der Knappe erhielt also einen echten Schlag mit

dem Schwert oder der flachen Hand, es sollte allerdings der letzte unerwiderte Hieb im Leben des neuen Ritters sein (vgl. Ritteschlag). Möglicherweise geht dieser Schlag

auch auf eine alte germanische Rechtshandlung zurück, die etwa im Sachsenspiegel überliefert ist. Der Nackenschlag bedeutete hier die Aufnahme in die Knechtschaft und

schuf so eine Verbindung zwischen dem Herren und dem Knecht.

Wie erwähnt muss es allerdings große regionale und wohl auch zeitliche Unterschiede im Ablauf einer solchen Schwertleite gegeben haben. Neben der Einzelpromotion,

die oft vom Vater oder Onkel des Knappen vorgenommen wurde, verbreitete sich zunehmend die Massenpromotion, es wurden also gleichzeitig mehrere Knappen oder

Edelknechte zu Rittern gemacht. Dies scheint auch finanzielle Gründe gehabt zu haben, schon die Promotionsfeier war sehr teuer, hinzu kam natürlich die „ritterliche

Ausstattung“. Im Idealfall schloss man sich hier gerne der Schwertleite eines Hochadeligen an, so konnte man beträchtliche Kosten einsparen und unnötigen Aufwand

vermeiden. Manchmal trugen die Neuritter hierbei einheitliche Kleidung und erhielten auch ihren Anteil an zahlreichen, teilweise sehr kostbaren Promotionsgeschenken.

Zur Finanzierung solcher Schwertleiten wurde oft eine Sondersteuer von der Bevölkerung erhoben, als Ausgleich veranstaltete man aufwendige Volksfeste, Turniere und

Buhurte. Solche Massenveranstaltungen fanden in der Regel in der Nähe größerer Städte statt, manchmal war der Hauptplatz der Mittelpunkt der Feier oder der

Austragungsort.

Zur Rekonstruktion einer mittelalterlichen Schwertleite sind wir auf die zeitgenössische Literatur und Miniaturmalerei angewiesen. Eine der bekanntesten Darstellungen ist

in Gottfrieds von Straburgs „Tristan“ zu finden (Vers 5012–5049): Die Festgesellschaft besuchte erst die Messe im Münster und empfing den Segen, danach umgürtete

Tristans Onkel Marke den Helden mit dem Schwert und legte ihm seine Sporen an, ermahnte ihn, die ritterlichen Werte zu achten und „bot ihm auch noch den Schild dar

“.Der „Neuritter“ Tristan gab anschließend die Ritterwürde in gleicher Weise an seine Gefährten weiter, auch hier verbanden sich also Einzel- und Massenpromotion.

Es waren aber keineswegs immer nur junge Männer, die sich mit dem Schwert umgürten ließen. Die Ritterwürde war auch bei Hochadeligen nicht selbstverständlich. Die

Aufnahme in den Ritterstand war sicherlich das Ziel eines jeden ritterbürtigen Adeligen, in der Realität war sie offenbar jedoch durchaus entbehrlich.

Schwertleite und Ritterschlag

Schwertleite und Ritterschlag sind nicht immer genau abzugrenzen, die Zeremonien vermischten sich oftmals oder kamen gleichzeitig in derselben Region vor. Das

vereinfachte Ritual des Ritterschlages erwies sich jedoch besonders bei der Massenpromotion vor oder nach einer Schlacht als Vorteil. Über den tatsächlichen Verlauf

einer solchen Massenpromotion können wir allerdings nur spekulieren, auch ist die Zahl der zu Rittern erhobenen wohl meist übertrieben überliefert.

In Mitteleuropa hielt sich das alte Ritual der Schwertleite bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, erst dann wurde es vom „französischen“ Ritterschlag verdrängt, der dort

bereits im 12. Jahrhundert nachweisbar ist. Allerdings war die Schwertleite offensichtlich auch noch im Frankreich des 13. Jahrhunderts gebräuchlich, dies beweist etwa

eine – oft reproduzierte – Darstellung aus der Chronik des Matthaeus Parisiensis. Im Französischen bezeichnet der Begriff Adoubement heute beide Formen der

Ritterpromotion, dem entspricht das englische dubbing. Ins Deutsche werden diese Begriffe meist einfach sinngemäß mit „Ritterschlag“ übersetzt, was zu einiger

Begriffsverwirrung geführt hat. Schon der Begriff „Ritter“ ist mehrdeutig, er kann ja den berittenen Krieger, den Edelknecht oder den Angehörigen des Ritterstandes

bedeuten. „Ritterschlag“ steht also zumeist vereinfachend für die Ritterpromotion oder auch nur die feierliche Wehrhaftmachung eines Kriegers.

Quelle: Wikipedia /

Schlunk und Giersch(Die Ritter) erschienen im Theis Verlag