Heraldik kommt von Herold. Der Ursprung liegt im französischen Wort -herault- ,niederländisch heraut,,angelsächsisch-herald-und auf

Deutsch -Herold-. Anfangs waren es eigentlich eine Art Boten, Männer die ihre Dienste den Ritter anboten.

Später entwickelten sich daraus Spezialisten und Fachleute mit einem breitgefächerten Aufgabengebiet.

 DER HEROLD

    Im Mittelalter war es auf Turnieren die Pflicht des Herolds, von der Ankunft eines bekannten Ritters mit einem Signal

    (Trompete) zu künden, und anschließend das Wappen des Ritters zu beschreiben. Jede Familie  hatte, was wenig

    bekannt war das Recht ein Wappen zu führen. Wappen waren bei vollgerüsteten Ritter wichtig, um Freund/Feind zu

    erkennen.. Die ersten Herolde gab es zur Zeit von Philipp Augustus, wo sie Namen der Turniersieger verkündeten. Ab

    her0131285 gab es sie offiziell. Sie waren in den königlichen Abrechnungen eingetragen

    (Quelle dieses Berichtes : Heraldik: Ottfried Neubecker:):
    “I
    mmerhin weisen englische Ausgabenbelege für das Jahr 1290 auf einen " König der Herolde " in königlichem Dienst hin,

     und etwa vierzig Jahre danach taucht erstmals  eine Amtsbezeichnung auf, wie sie später allgemein für die Herolde verwandt wurde.

     Ein Mann namens Andrew nannte sich zusätzlich "Norroy" (Nordkönig) zu einer Zeit, als der gemeine Mann noch keinen Familiennamen,

    sondern nur einen Taufnamen zu haben pflegte.``
     

    Bis zum 14. Jahrhundert war weder ihre Funktion noch die Hierarchie genauer beschrieben.

    Ein Herold wurde meist nach einer Schlacht aus einer Reihe von Anwärtern(Persevanten,Heroldshelfern)

    ernannt und erhielt seinen Titel durch die Zustimmung der anderen Herolde und  Wappenkönige(Verantwortliche für größere Bezirke, sog. Marken)

    Um 1400 gab es zum Beispiel in Frankreich 18 Marken, mit einer nicht festgelegten Zahl von

    Heraldien (Gebiete für die der Herold zuständig war).Der Herold hatte den Adel zu zählen, die Wappenkunde zu pflegen

    und zu lehren, auf Turnieren die Teilnehmer anzukündigen und ihr Wappen zu blasonieren (beschreiben),eine der wichtigsten

     Aufgaben war aber die Identifizierung gefallener Adeliger auf dem Schlachtfeld. Herolde waren Inhaber absoluter

    Vertrauenspositionen, wobei Ihre soziale Herkunft bedeutungslos war. Eine der wenigen Ausnahmen in denen das

    Standessystem durchbrochen werden konnte. Meist waren Herolde vorher Boten, Ausrufer, Gesinde, Spielleute,

    Abendunterhalter. Sie konnten aber auch aus höheren Ständen kommen. Die Position des Herolds war von der sozialen Herkunft unabhängig.

    Wichtige Herolde bzw. Wappenkönige führen eigene Amtsnamen. Der Herold des Kaiser Maximilians der für den Bereich

    Jerusalem zuständig war hier mit Beinamen Jerusalem, genau wie sein Kollege im Deutschen Raum mit dem

    Namen Teutschland unterzeichnete. Innerhalb des Heroldsamtes gab es eine klare Hierarchie:

    Ganz oben stand  wie oben erwähnt, der Wappenkönig, der König der Herolde zuständig für gewissen Bereiche eines

    Königreiches. Danach kamen die Herolde und danach die Persevanten. Sie waren Amtsanwärter und Gehilfen und konnten nach 7

    Jahren zum Herold ernannt werden.

    Die Aufgaben des Herolds:

    Er musste ein umfassende Kenntnis aller relevanten Wappen und Abstammungen, sowie eine  ausgedehnte Personenkenntnis

     haben.Eine fundierte Kenntnis der ritterlichen Kampftechniken und des höfischen Lebens waren ebenso wie

    Sprachkenntnisse, bei diplomatischen Missionen auch ausgedehntere Fremdsprachenkenntnisse  von eminenter Bedeutung

     Lesen und Schreiben können waren Grundvoraussetzungen .Bekanntmachung von Verfügungen des Dienstherrn, gehören zum

     Kern des sich langsam herausbildenden Hofstaates  Der Herold trug keine Waffen, höchstens ein Kettenhemd, da ihm kein

    Eingriff in Kampfhandlungen, erlaubt war.

    Die Übermittlung von Botschaften an gegnerische Lager (Kampfansagen, Herausforderungen, Übergaben, Kapitulation,

    Verhandlungen, Organisation von Zweikämpfen) sowie ein absolutes Schweigegebot nach Besuchen im gegnerischen Lager

    gehörten  auch zu diesem Amt. Ein Herold darf seinem Herrn zwar Ratschläge erteilen nähere Information über den Gegner

    würden ihn zu einem Spion machen.

    Weiter Aufgaben waren:

    Bezeugung und Beurkundung der Verleihung von Ritterwürden (vor Kampfhandlungen war es üblich, neue Ritter zu

    ernennen)

    Protokollieren von Testamenten vor Kampfhandlungen

     Kenntnisnahme von Identifizierungsmerkmalen (auch körperlicher Art) von Schlachtteilnehmern,

     Sicherstellen von Wertsachen, Aufpflanzen der Fahnen , Einsammeln der erbeuteten Feldzeichen ,

     er meldete Beobachtung über das Verhaltens von einzelnen Rittern im Kampf, er klärte Streitfragen nach der Schlacht und

    führte Musterungsverzeichnisse. Er identifizierten Gefallene und gab die Namen derselben an die beteiligten Parteien weiter.

     Nach einem Kampf gab es ein Treffen der Herolde beider Seiten zur Feststellung des Siegers

     Der ritterliche Ton verlangt, dass Herolde des Verlierers sich zum Sieger begeben und diesen zu seinem Sieg beglückwünschen.

    Auch beim Turnier(Stechen) war der Herold gefragt. Er führte die genealogische Prüfung(es musste eine gewisse Anzahl

    adeliger Vorfahren an dem Turnier teilgenommen haben) oder heraldische Prüfung(Prüfung der Wappen der Teilnehmer

     auf Richtigkeit, Prüfung auf Einhaltung der heraldischen Regeln.

    Zurückweisung von Wappen, die gegen die Regeln verstießen , war möglich. ) der Legitimation der Teilnehmer durch.

    Er kümmerte sich um die Anlage von entsprechenden Teilnehmerlisten (Gelegenheitswappenrollen) und allgemeiner von

    Wappenbüchern oder Wappenrollen zum eigenen Gebrauch. sowie  die Organisation, professionelle Durchführung

    der Ritterspiele wobei er als Schiedsrichter und Berichterstatter auftrat

     Aufgrund dieser Herausragenden Stellung und der Wichtigkeit seines Amtes hatte er weitreichende Rechte

     Er besaß wie heute unsere Staatsmänner Unverletzlichkeit, Immunität sowie das Recht, gegnerische Lager als Parlamentär

    zu betreten und unversehrt wieder zu verlassen, z. B. um Botschaften zu übermitteln, den Kampf anzubieten, um

    Waffenstillstände zu vereinbaren, um Herausforderungen zu Zweikämpfen zu übermitteln, um Friedensverhandlungen

    vorzuschlagen oder um Gefangene zu besuchen. Daher wurde er auch nach einem Sieg nicht gefangengenommen .

    Weitere Privilegien waren Abgabenfreiheit, Steuerfreiheit und das Privileg der Freizügigkeit (Reisefreiheit)

    DAS WAPPEN:

    Der Schild ist der wesentlichste Bestandteil eines Wappens. Ursprünglich bestand das Wappen nur aus dem Schild.

    Der Inhalt eines Schildes wird in Heroldsbilder, das sind die verschiedenen Schildeinteilungen und gemeine Figuren, in der Regel

    stilisierte Tiere, Pflanzen und Fabelwesen, eingeteilt. Buchstaben (nicht zu verwechseln mit dem Wappenspruch) und Zahlen sind untypisch

     in der Heraldik, das ist ein Monogramm bzw. Signum. Erst im ausgehenden Mittelalter kamen Helm, Helmzier und Helmdecke hinzu.

    Zuerst der Topfhelm, dann der Kübelhelm,später der Stechhelm und der Bügelhelm.

    Als Helmzier wurden Flügel, Hörner, steigende Pferde, Vögel, Geweihe usw. aufgesetzt. Die Stellung der Helmzier richtet sich dabei immer nach der Blickrichtung des Helms.

    Bei Wappen adliger Familien wurden statt Helm und Helmzier auch Kronen auf den Schild aufgesetzt, was bei bürgerlichen Wappen nicht üblich war.

    Die Helmdecke war ursprünglich ein Bestandteil des Helms. Sie wurde später zur ornamentalen Ausschmückung des Wappenbildes benutzt und im Stil dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst.

    Ein vollständiges Wappen besteht im wesentlichen aus dem: Schild, dem Helm, der Helmzier und der Helmdecke Zubehör sind

    Wappensprüche, Würden- und Rangabzeichen, Schildhalterfiguren und Orden.

    Bürgerliche Wappen zeigen in der Regel den (älteren) Stechhelm, adlige Wappen dagegen den Bügelhelm.

    Die Heraldik kennt nur bestimmte „Farben“ (Rot, Blau, Schwarz, Grün und (seltener) das Purpur) und „Metalle“ (Gold/Gelb und

    Silber/Weiß).

    Daneben wird Pelzwerk (Hermelin, Feh und Hirsch) dargestellt. Dieses Pelzwerk kann mit Metallen und Farben auch

    kombiniert werden. Erst im ausgehenden Mittelalter kamen Helm, Helmzier und Helmdecke hinzu. Zuerst der Topfhelm,

    dann der Kübelhelm, später der Stechhelm und der Bügelhelm.

    HERALDISCH GEWÄNDER UND INSIGNIEN:

    her014Wappenverzierte Wappenröcke (sog. Tappert) waren die Amtskleidung der Herolde

     Er ist meistens aus einem festen Stoff geschnitten damit der Tappert damit die darauf aufgenähten      

    Wappen nicht durch Falten verdeckt werden. Er wurde an den Seiten offen und ungegürtet getragen.           

    Es gibt unterschiedliche Arten wie ein Tappert mit Wappen verziert werden kann. Ein Herold der eine      

    feste Anstellung am Hofe hat wird auf seinem Tappert nur das Wappen seines Herren tragen,    wogegen ein

    freier Herold auf seinem Tappert auch alle Wappen derer tragen konnte in deren Dienst er schon gestanden

    hat. Ein weiteres typisches Zeichen für einen Herold ist der Heroldsstab. Ein meist weißer dünner Stab umwunden von zwei Schlangen, gekrönt

    von einem Flügelpaar(Flügelschuhe von Hermes) und einem Wagenrad . Seine Länge betrug von ungefähr 100 bis 150 cm .Er ist entstanden aus der Sage um den Götterboten Hermes .

    heroldsstab1Durch Kontakte zwischen griechischer und ägyptischer Kultur, spätestens seit der Eroberung Ägyptens durch Alexander d.G. entwickelte sich eine Verknüpfung des griechischen

     Hermes mit dem Ägyptischen Gott Thot. Oft als Pavian oder Ibis dargestellt, galt Thot als Erfinder der Zeitrechnung, der Schrift und der Wissenschaften, insbesondere der Mathematik

     und Astronomie, und war der Gott der Gesetze, der Weisheit, der Magie, der Weissagung und der heiligen Bücher. Er diente Protokollführer der Götter und notierte das Urteil, wenn

    die Seelen der Verstorbenen in der Unterwelt gegen die Feder der Wahrheit aufgewogen wurden. Wie Hermes galt er als Übermittler der Entscheidungen der Götter.

    Der Stab des Hermes hatte bei den Griechen vielfältige Bedeutung. Ursprünglich ein Zauberstab, galt er später vorwiegend als Symbol des Herolds und als Friedenssymbol.

     Nach einer Legende fand Hermes einst zwei Schlangen in heftigem Kampfe ineinander verschlungen. Mit einem Olivenzweig trennte er die Kämpfenden, und zum Dank dafür

    umschlangen sie den Stab friedlich und wandten sich in Liebe einander zu. Hermes mit seinem Symbol galt fortan als Friedensstifter. Dies ist die positivste Bedeutung, die der

     Hermesstab erlangt hat. Bei den Römern galt er neben dem Friedenszeichen auch als Symbol für Handel und Verkehr(Wagenrad auf dem Heroldsstab).

     

    BLASONIERUNG :

    Aus dem Französischen übernommene Kunstsprache der Heraldik  zur Beschreibung der Wappen

    Blason bedeutet Schild, blasonieren heißt also einen Schild beschreiben.

    Geviert, erstes und viertes Feld schwarz mit silbernem Doppeladler

    her015mit goldenem Schnabel und goldenen Läufen zweites und drittes Feld

    Gold mit schwarzen Balken

    (Graf von Meurs,Saarwerden

    (Für ausführliche Informationen bitte bei Wikipedia  das Stichwort “Heraldik “eingeben.)